12 Bücher für 2026

by Alexandra Stiller
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Eine persönliche Leseliste für 2026 mit Büchern aus dem eigenen Regal

Über ungelesene Bücher, Zeit und Auswahl

In meinem Regal stehen Bücher, die schon lange da sind.
Ungelesen, aber nicht unbeachtet.
Diese Leseliste 2026 ist aus genau diesen Büchern entstanden.

Ungelesene Bücher haben einen schlechten Ruf, denn sie gelten schnell als Versäumnis oder als Zeichen mangelnder Disziplin. Für mich stehen sie für etwas anderes: für Zeit. Und für die Einsicht, dass Lesen kein linearer Vorgang ist. Statt mir am Jahresende Rechenschaft über das Gelesene abzulegen, habe ich mich entschieden, nach vorn zu schauen ins Lesejahr 2026.

Nicht im Sinne von Vorsätzen oder Zielen, sondern als Auswahl.
Nicht als Programm, sondern als Möglichkeit.

Diese Leseliste folgt keiner festen Ordnung. Klassiker stehen neben Gegenwartsliteratur, bekannte Stimmen neben solchen, die ich erst entdecken möchte. Einige dieser Bücher habe ich schon mehrfach aus dem Regal gezogen und wieder zurückgestellt. Andere stehen still und unauffällig, aber konstant. Gemeinsam bilden sie eine Konstellation, die sich im Moment richtig anfühlt.

Eine Leseliste hat für mich nur dann einen Wert, wenn sie offen bleibt. Wenn sie nicht festlegt, sondern begleitet. Ich weiß jetzt schon, dass sich Reihenfolgen verschieben werden. Dass Bücher dazukommen oder länger liegen bleiben. Das ist kein Scheitern, sondern Teil des Lesens. Lesen braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Beides lässt sich nicht planen, aber man kann Räume schaffen, in denen es möglich wird. Diese Liste ist so ein Raum.

Eine persönliche Leseliste für 2026 mit Büchern aus dem eigenen Regal

Leseliste 2026: die Bücher

  • Aldous Huxley · Schöne neue Welt (Übersetzung: Uda Strätling)
  • Sylvia Townsend Warner · Lolly Willowes (Übersetzung: Ann Anders)
  • Jörg Aufenanger · Else Lasker-Schüler in Berlin
  • Irmgard Keun · Kind aller Länder
  • Gabriele Tergit · Der erste Zug nach Berlin
  • Simone de Beauvoir · Die Mandarins von Paris (Übersetzung: Amelie Thoma, Claudia Marquardt)
  • Cristina Henríquez · Der große Riss (Übersetzung: Maximilian Murmann)
  • Susan Sontag · Wie wir jetzt leben (Übersetzung: Kathrin Razum)
  • Christa Anita Brück · Ein Mädchen mit Prokura
  • Fjodor Dostojewski · Verbrechen und Strafe (Übersetzung: Swetlana Geier)
  • Dieter Kühn · Clara Schumann, Klavier
  • Imre Kertész · Roman eines Schicksallosen (Übersetzung: Christina Viragh)

Dieser Text ist kein Abschluss, er ist ein Ausgangspunkt.
Über die Bücher, die ich lese, werde ich schreiben.
Nicht über alle.
Aber über jene, die bleiben.

 


2025, Alexandra Stiller

Bilder: © Alexandra Stiller.
Buchcover: Rechte liegen beim jeweiligen Verlag.

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