Rezension: Der Atlas der besonderen Kinder | Ransom Riggs

by Marcus

Die Saga der besonderen Kinder geht in die vierte Runde

Der Atlas der besonderen Kinder

“Der Atlas der besonderen Kinder” von Ransom Riggs

Miss Peregrine kehrt gemeinsam mit Jacob, Emma und den anderen besonderen Kindern in Jacobs Heimat Florida zurück. Gemeinsam versuchen sie, sich in die moderne Zeit einzufügen – inklusive langen Strandspaziergängen und anderen normalen Tätigkeiten. Doch die amerikanischen Zeitschleifen, in denen sich die Besonderen vor der Welt verbergen, sind noch weitgehend unerforscht und schon bald ist Miss Peregrine von der Idee fasziniert, einen Atlas der Schleifen anzufertigen. Dann findet Jacob heraus, dass sein Großvater Abe nicht alleine gegen die Monster gekämpft hat, die die besonderen Kinder jagen – und dass Abes Partner noch lebt. Aber auch altbekannte Feinde sind lebendiger, als es Jacob lieb ist…. [© Text und Cover: Droemer Knaur Verlag]

 

Eine gute Nachricht für alle Freunde der besonderen Kinder: Die Fantasyreihe mit den geht in die nächste Runde! Nach dem dramatischen Ende des dritten Bandes der Reihe war ich gespannt darauf, welche Abenteuer auf Jacob, Emma und den Rest der Truppe warten.

Im vierten Teil geht es recht ruhig los. Jacob ist zurück in Florida, in der Welt der „Normalen“, und staunt nicht schlecht, als Miss Peregrine und seine besonderen Freunde bei ihm auftauchen. Eigentlich müssten sie in dieser Welt schnell altern, aber durch eine nicht ganz geklärte Ursache passiert das der Gruppe nicht mehr. Dass sie sich jetzt frei bewegen können, bringt storytechnisch ganz neue Möglichkeiten: Wie werden sie ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten im Hier und Jetzt einsetzen?

 

Der Atlas der besonderen Kinder

“Der Atlas der besonderen Kinder” von Ransom Riggs

 

Zunächst werden sie dazu eingeteilt, die Spuren der Kämpfe, mit denen „Die Bibliothek der besonderen Kinder“ endete, aufzuräumen. Das löst bei den siegreichen Helden wenig Begeisterung aus. Vor allem Jacob fühlt sich zu Höherem berufen. Als er die Aufzeichnungen seines verstorbenen Großvaters findet, möchte er in dessen Fußstapfen treten und so wie er Bedeutendes tun. Er überredet einige seiner Freunde zu einer Mission, die Miss Peregrine nie erlauben würde. Aber Jacob ist schließlich schon 14, und wie es für einen Teenager typisch ist, rebelliert er mit dieser Aktion auch gegen ihre Bevormundung.

Eine packende Reise beginnt

Jacob ist glücklich, dass er seine Freunde wiedersieht, vor allem seine geliebte Emma. Damit hat er eigentlich alles, was er sich gewünscht hat. Es dauert dann auch eine Weile, bis sich aus dieser friedlichen Stimmung heraus Spannung entwickelt. Mit dem Start ihres Roadtrips und dem Kontakt der Besonderen mit der modernen Welt ist es aber mit der Ruhe vorbei. Je länger diese Reise geht, desto mehr interessante neue Charaktere lernen wir kennen. Ransom Riggs hat sich ein paar surreale Elemente einfallen lassen, die bei mir wieder einmal ein für die Reihe typisches angenehmes Unbehagen ausgelöst haben. Dass die Dramatik vor allem gegen Ende stark steigt, fesselt mich enorm.

 

Der Atlas der besonderen Kinder

“Der Atlas der besonderen Kinder” von Ransom Riggs

 

Wie von der Serie gewohnt fliegen die immerhin 512 Seiten nur so dahin. Auch markante alte Fotos, von denen einige zur eigentümlichen Stimmung beitragen, haben wieder ihren Platz im Buch gefunden. Trotz all der Aufregung baut Riggs aber auch immer wieder komische Szenen ein:

Dann hörte ich ein Würgen und hob den Kopf gerade rechtzeitig, um einen Schwall Erbrochenes auf dem Straßenpflaster landen zu sehen. Ich war noch nie zuvor dabei gewesen, wenn sich ein Unsichtbarer übergab, und es war ein Anblick, den ich nicht so schnell wieder vergessen würde. (S. 319)

Der vierte Teil reiht sich vom Unterhaltungswert in seine Vorgänger ein. Neueinsteiger sollten auf jeden Fall mit dem ersten Band, „Die Insel der besonderen Kinder“, beginnen, sonst würden viele Andeutungen und Rückblicke nicht zu verstehen sein. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf den fünften, denn eins ist klar: Die Abenteuer von Jacob und den anderen besonderen Kindern sind mit diesem Buch sicher noch nicht zu Ende erzählt.

 

Persönliches Fazit

Die besonderen Kinder zu begleiten hat mir auch im vierten Teil wieder viel Spaß gemacht. Es dauert zwar, bis der Spannungsbogen steigt, dann wird es dafür aber richtig dramatisch. Gute Einfälle und neue interessante Charaktere bereichern die Reihe sehr. Ich hoffe, dass es bald mit dem fünften Band weiter geht!

© Rezension: 2019, Marcus Kufner

 

Bisher erschienen folgende Bücher mit den besonderen Kindern:

Band 1: Die Insel der besonderen Kinder
Band 2: Die Stadt der besonderen Kinder
Band 3: Die Bibliothek der besonderen Kinder
Band 4: Der Atlas der besonderen Kinder
Die Legenden der besonderen Kinder

 

Der Atlas der besonderen Kinder

 

Der Atlas der besonderen Kinder Book Cover Der Atlas der besonderen Kinder
Band 4
RanRansom Riggs (Aus dem amerikanischen Englisch von Silvia Kinkel)
Fantasyroman
Droemer Knaur – ISBN: 978-3-426-22657-5
1.03.2019
Gebunden
512
www.droemer-knaur.de
4

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